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Warum die eigene Arbeitskraft oft mehr wert ist als das Eigenheim

Kurze Antwort

Das Eigenheim gilt als größter Vermögenswert vieler Familien. Doch statistisch übersteigt die eigene Arbeitskraft den Immobilienwert deutlich – und ist meist gar nicht abgesichert.

Die vergessene Größe: Arbeitskraftwert

Wenn wir über "Vermögen" reden, denken wir an Immobilien, Sparbücher, Aktien. Was wir selten mitdenken: Die eigene Arbeitskraft ist statistisch der größte Vermögenswert der meisten Menschen – meist deutlich mehr wert als das Eigenheim.

Grobe Formel: aktuelles Monatsnetto × 12 × verbleibende Berufsjahre.

Beispiele:

  • 35 Jahre, 2.500 € Netto: 2.500 € × 12 × 32 Jahre = 960.000 €
  • 45 Jahre, 3.500 € Netto: 3.500 € × 12 × 22 Jahre = 924.000 €
  • 28 Jahre, 2.200 € Netto: 2.200 € × 12 × 39 Jahre = 1.030.000 €

Und das ohne Berücksichtigung von Gehaltssteigerungen.

Vergleich: Was kostet ein Eigenheim in Angeln?

Aktueller Marktdurchschnitt (2026):

  • Süderbrarup, mittlere Lage, Bestand: 280.000 – 380.000 €
  • Kappeln, mittlere Lage: 300.000 – 450.000 €
  • Schleswig, mittlere Lage: 300.000 – 500.000 €
  • Böklund, Sörup ländlich: 220.000 – 320.000 €

Selbst am oberen Ende ist ein Eigenheim mit 500.000 € ein enormer Wert – aber immer noch etwa halb so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitskraftwert im mittleren Alter.

Warum wir die Prioritäten oft falsch setzen

Wir versichern intuitiv das, was wir sehen und angefasst haben: Auto? Vollkasko. Haus? Wohngebäude, Elementar, Hausrat. Handy? Elektronikversicherung.

Die eigene Arbeitskraft? Oft: nichts. Oder ein Alt-Vertrag von vor 20 Jahren.

Was passiert, wenn die Arbeitskraft weg ist?

  • Kein Einkommen → keine Kredittilgung → Haus in Gefahr
  • Kein Einkommen → kein Rücklagenaufbau → keine Sicherheit für später
  • Kein Einkommen → Umbau nach Unfall aus Rücklagen finanzieren
  • Kein Einkommen → Familie unter Druck, Partner reduziert Arbeitszeit

Ohne Arbeitskraft steht das ganze Kartenhaus zur Disposition.

Ein realer Fall aus Angeln

Andreas, 42, Handwerker mit eigenem Betrieb in Böklund. Eigenheim vor 6 Jahren gekauft, Restkredit 220.000 €, monatliche Rate 950 €. Familie mit zwei Kindern.

Nach Bandscheibenvorfall dauerhafte Berufsunfähigkeit. Ohne BU-Versicherung:

  • Betrieb steht still, Einkommen bricht ein
  • Krankengeld läuft nach 18 Monaten aus
  • EMR-Antrag läuft, aber unklar wie hoch
  • Kreditrate kann nicht mehr bedient werden
  • Zwangsverkauf des Hauses steht im Raum

Rückwirkend: Eine BU mit 2.000 € Monatsrente hätte ca. 65 €/Monat gekostet. In 20 Jahren = 15.600 €. Der Wert der Existenz-Rettung: unbezahlbar.

Gute Absicherungsprioritäten

Reihenfolge nach Dringlichkeit:

  1. Haftpflicht (existenzbedrohende Schäden gegen Dritte)
  2. Berufsunfähigkeitsversicherung (existenzsichernder Einkommensersatz)
  3. Risikolebensversicherung (bei Kindern und/oder Kredit)
  4. Private Unfallversicherung (Ergänzung, kein Ersatz für BU)
  5. Wohngebäude/Hausrat (bei Eigentum)
  6. Krankenzusatzversicherung (nach individuellem Bedarf)
  7. Altersvorsorge (langfristig, aber kontinuierlich)

Was du jetzt tun kannst

  1. Arbeitskraftwert rechnen
  2. Absicherungsstatus prüfen: BU vorhanden? Passt die Rente?
  3. Gespräch führen – Beratung vor Ort.

Fazit

Das Eigenheim ist ein Vermögenswert. Die Arbeitskraft ist meist ein größerer. Wer nur das Sichtbare versichert und das Unsichtbare vernachlässigt, hat die Prioritäten falsch gesetzt.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Arbeitskraftwert?

Grob: aktuelles Monatsnetto × 12 × verbleibende Berufsjahre bis zur Rente.

Was ist wichtiger, Eigenheim oder BU?

BU absolut. Ohne Einkommen ist auch ein Eigenheim schwer zu halten.

Verändert sich der Arbeitskraftwert mit dem Alter?

Ja. Er sinkt mit jedem Berufsjahr, weil weniger Zeit bis zur Rente verbleibt.

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Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Angaben zu gesetzlichen Leistungen sind Näherungswerte und können sich ändern.